Die Basler Choreografin Tabea Martin beschäftigt sich in ihrer Trilogie („This is my last dance“ 2018 und „Forever“ 2019) mit dem Tod. Das dritte Stück NOTHING LEFT sollte im Rahmen einer Koproduktion mit dem Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps und dem Veranstalternetzwerk Expédition Suisse am 25.4.2020 in der Kaserne Basel uraufgeführt werden. Steps wurde leider abgesagt!
Telefonisches Interview mit Tabea Martin am 9.3.2020
Erster Teil der Trilogie von Tabea Martin
Wie würden Sie sich als Choreografin beschreiben?
Ich bin neugierig. Ich bin ein Teamplayer, der den Austausch mit den Tänzern und dem Team sucht. Ich schätze Humor und Absurdität d.h. ich will nicht alles zu ernst nehmen und mich selbst relativieren. Mich interessieren gesellschaftlich relevante Themen. Ich nutze die Möglichkeit zu fragen und kritisch zu sein.
Auch in Zeiten des Coronavirus gibt es Ballett zu sehen. Viele Opernhäuser, Theater, Museen und Veranstalter bieten jetzt meist kostenlose Streamingdienste oder Video on Demand an. Natürlich gibt es auch viele Ballett-Videos auf youtube oder Vimeo, manchmal sogar Ballettvorstellungen in voller Länge.
Meiner Meinung nach kommt Ballett und Tanz schon immer im TV zu kurz. Sehr selten werden Vorstellungen gezeigt. Manchmal kommt was in arte, 3 SAT, BBC 4 oder WDR. Jetzt in Zeiten des Coronavirus wünschen wir Ballett- und Tanzfans ein besseres Angebot. Die Opernhäuser Berlin, Mailand, Wien und München sind schon geschlossen. In Zürich konnte ich gestern noch den sensationellen NUSSKNACKER UND MAUSEKÖNIG von Christian Spuck geniessen. Aber wie lange noch?
Sehenswerte Wiederaufnahme des Dreiteilers KREATIONEN am 8. und 21. März 2020 am Opernhaus in Zürich. Die drei Werke von drei verschiedenen Choreografen wurden 2018 im Theater Winterthur uraufgeführt und im Mai 2019 auf der Opernhausbühne in Zürich gebracht. Moderne Choreografien, begabte Tänzer*innen, grossartig präsentiert! Ein Must für Ballettfans!
VON JUDITH HUNGER – Gastbeitrag, erschienen im ZETT, DAS MAGAZIN DER ZÜRCHER HOCHSCHULE DER KÜNSTE 2017
Wisch-schlurf, wisch-schlurf, wisch-schlurf – so etwa tönt es in den Gängen des Toni-Areals, wenn einem die Tänzerinnen und Tänzer entgegenkommen. Der Anblick irritiert – gazellenartige Beine, die Füsse in Schlafsäcken. Diese Schlafsäcke heissen Warm-up Booties. Es gibt sie in allen möglichen Varianten. Waschen bitte im Schongang – also bei maximal 30 Grad. Die Sohlen sind verstärkt und gepolstert. Sie halten dem rauen Boden normalerweise rund fünf Monate stand. Das hänge vom Laufstil ab – je mehr Schlurf, desto schneller die Abnutzung –, erzählen mir Tänzerinnen des Hauptstudiums an der Tanz Akademie Zürich. Der Boden sei eben sehr kalt, und überhaupt würden sie die Booties immer tragen. Ob Sommer oder Winter, im Studio nach dem Training, in der Mensa oder der Teeküche. Es komme einer Katastrophe gleich, wenn die Booties zu Hause vergessen würden, meinte eine Kollegin. «Die Füsse werden nicht richtig warm, bleiben auch während des Trainings eher steif und schmerzen.» Booties-Verbot gibt nur auf der Bühne und während des Trainings. Waschen würden sie sie nach Bedarf – das sei individuell und die Jungs sollten es öfter tun, erzählen sie mir lachend.
Nach dem Besuch in einer Mädchenklasse ist klar: Tänzerfüsse brauchen viel Aufmerksamkeit und Fürsorge. Ein Zuschauer drückte es nach einer Vorstellung so aus: «Als Arzt und Neurologe kann ich nur staunen, wenn ich sehe, was die Balletttänzerin mit ihren Füssen macht. Es gibt wohl keine andere ‹Sportart›, die die Funktion eines Körperteils derart massiv verändert, im wahrsten Sinn des Wortes ‹auf die Spitze treibt›. Und wenn ich das richtig verstehe, ist der Fuss zudem noch künstlerisches Ausdrucksmittel. Unglaublich, wie das Gewicht des Körpers auf einer minimalen Fläche balanciert wird, man könnte es kühn einen neuen Evolutionsschritt nennen. Spinne ich diesen Gedanken weiter, wäre die logische Entwicklung wohl das Abheben vom Boden.»
Dieser Beitrag erschien am 9. Juni 2017 im Zett.
Zett ist das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste und erscheint als Printausgabe und online auf www.zett.zhdk.ch.
VON JUDITH HUNGER – Gastbeitrag, erschienen im Zett, DAS MAGAZIN DER ZÜRCHER HOCHSCHULE DER KÜNSTE 2018
Was 1832 mit der Uraufführung des Balletts «La Sylphide» seinen Anfang nahm, gehört bis heute zum Training angehender Ballerinen: der Spitzentanz. Auch an der Tanz Akademie Zürich wird die fordernde Fussarbeit Tag für Tag gelehrt und gelernt.
«Die Arbeit auf Spitze ist höchst anspruchsvoll und bedarf sehr guter Schulung, Geduld und Disziplin. Es dauert lange, bis die Leichtigkeit sichtbar wird», sagt Steffi Scherzer, künstlerische Leiterin der Tanz Akademie Zürich (taZ). Sie weiss, wovon sie redet. Ihre Karriere – von der Gruppentänzerin bis hin zur Primaballerina – hat 28 Jahre gedauert. «Die Schülerinnen brauchen einige Zeit, bis sie das geeignete Spitzenschuhmodell gefunden haben. Es ist ein ständiges Ausprobieren», fügt Tina Goldin an. Sie ist Dozentin für Klassischen Tanz und Spitzentanz an der taZ. Zudem wird der Spitzenschuh individuell angepasst, mögliche Druckstellen werden vorsorglich weichgeklopft, Gummibänder angenäht oder die Sohle bearbeitet. Das kann gut und gerne eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Nicht selten bereiten Ballerinen mehr als ein Paar Spitzenschuhe pro Vorstellung vor. Es kann durchaus sein, dass die Tänzerin zwischen den Szenen den Schuh wechseln muss.
Eine neue Rolle für den Fuss
Es war die legendäre Marie Taglioni, die 1832 in Paris erstmals eine ganze Aufführung auf den Zehenspitzen tanzte. Die fortan «Primaballerina» Genannte gab damit der Figur der Luftfee – Sylphide – eine neue Art von Körper- und Schwerelosigkeit. Zudem trug Marie Taglioni im gleichnamigen Ballett zum ersten Mal ein Tutu – ein «romantisches» Tutu, wie es im Fachjargon heisst. Eine weitere Sensation: Bis zu diesem Zeitpunkt tanzten die Ballerinen in Reifröcken. Stein des Anstosses war die Länge – oder vielmehr die Kürze – des Tutus. Es reichte bis etwa Mitte der Wade, um den freien Blick auf die Fussarbeit der Ballerina zu gewähren. Dem Fuss der Tänzerin fiel somit eine neue Rolle zu: Er wurde zu einem Bestandteil des tänzerisch-künstlerischen Ausdrucks.
Aus medizinischer Sicht erhält der Fuss einer Ballerina im Spitzentanz eine neue Funktion. Sie steht auf dem «gestreckten» Fuss – ein kleiner Evolutionsschritt, könnte man sagen. Das Gewicht des Körpers wird in der mit mehreren Stoffschichten verleimten Kappe des Spitzenschuhs auf kleinster Fläche balanciert. Um professionell und sicher mit Spitzenschuhen tanzen zu können, müssen die Füsse unter fachkundiger Leitung über mehrere Jahre hinweg durch ein ganz bestimmtes Training gestärkt werden.
Die derart beanspruchten Füsse bedürfen intensiver Pflege. Die Schülerinnen der taZ massieren sie mit Gummibällen, polstern die Spitzenschuhe aus, kleben und binden die Zehen mit Spezialband ein. Ausgiebiges Eincremen, damit die Haut möglichst weich und elastisch bleibt, gehört ebenso zum Tagesritual wie die Stärkung der Füsse durch spezielle Übungen mit dem Thera-Band. Kurzum, die Liste der Tricks und Kniffs in Sachen Fusspflege für Ballerinen ist so lange und so individuell, wie es unterschiedliche Füsse gibt.
Beweglichkeit ist Voraussetzung
«Und hochrollen! Stabil über der Spitze stehen! Arme hoch! Halten die Balance!», so ungefähr lauten die Anweisungen von Tina Goldin im Grundstudium. «Wir beginnen mit einfachsten Übungen an der Stange, die auf dieser Stufe in erster Linie dem Kraftaufbau dienen», erläutert sie. Die einzelnen Elemente sind noch klar voneinander getrennt. «Zudem soll der Fuss eine gewisse Elastizität behalten», ergänzt Steffi Scherzer. Eine von Natur gegebene Beweglichkeit und Flexibilität der Füsse wie auch des gesamten Körpers ist Voraussetzung. «Denn Beweglichkeit können wir zwar unterstützen und fördern, aber nicht erzeugen. Sie ist Voraussetzung für den klassisch akademischen Tanz.»
Was einfach beginnt, endet höchst anspruchsvoll. In den oberen Klassen geht es um Schnelligkeit und darum, die unterschiedlichen Dynamiken zu meistern und die einzelnen Elemente virtuos zu verbinden – das Weiche und Ausdrucksstarke im Adagio wie auch das Schnelle und Spritzige im Allegro. Auf dieser Stufe darf der Spitzenschuh kein Fremdkörper mehr sein, er ist Teil des Fusses, des Beines, des gesamten Körpers geworden.
SPITZENTRAINING AN DER TAZAUTORIN
Im Alter von elf Jahren beginnen die jungen Mädchen an der taZ mit Spitzentraining. Was mit zweimal wöchentlich 45 Minuten seinen Anfang nimmt, endet im Hauptstudium mit 90 Minuten täglichen Unterrichts in Spitzenschuhen. Hinzu kommen Proben und Wettbewerbsvorbereitungen. Zu Spitzenzeiten bedeutet dies bis zu drei Stunden pro Tag in Spitzenschuhen. «The making of a ballet shoe» auf YouTube schauen
Dieser Beitrag erschien am 7. Mai 2018 im Zett.
Zett ist das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste und erscheint als Printausgabe sowie online auf www.zhdk.ch/zett.
MIAMI CITY BALLET PREMIERESGEORGE BALANCHINE AND JEROME ROBBINS’ FIREBIRD.
Featuring Igor Stravinsky’s sublime score and all new set and costume designs. Plus, the company premiere of Justin Peck’s Rodeo: Four Dance EpisodesandTwyla Tharp’s Nine Sinatra Songs.
Firebird is a magical, fantastical fairy tale which is not shown very often. I just saw it once and loved it. It’s different from SWAN LAKE – but both are romantic story ballets about birds. Four Dance Episodes and Nine Sinatra Songs looks like a perfect addition to this triple bill.
Program
The opening of Miami City Ballet’s third performance of the season “Firebird” promises to be one of the company’s most exciting in recent history as it features two highly anticipated premieres: Firebird, which marks the first time any company outside of New York City Ballethas performed the famed Balanchine/Robbins legacy piece, and Justin Peck’s critically acclaimed Rodeo: Four Dance Episodes. Twyla Tharpe’s crowd-pleasing Nine Sinatra Songs rounds out the thrills-filled program. Accompanied by the incomparable Opus One orchestra led by Gary Sheldon, the musically arousing, visually arresting Firebird opens Friday, Feb. 14 at the Arsht Center in Miami. Evening and matinee performances take place in Miami Feb. 14 – 16, West Palm Beach Feb. 21 – 23, and Fort Lauderdale Feb. 29 – Mar. 1.
Alive with color, excitement, and spectacular new sets and costumes created especially for MCB, Firebirdheadlines the enchanting program. Steeped in Russian folklore, Balanchine first brought his Firebird to life in 1949, when it premiered before New York City audiences. It is widely considered to be the ballet that propelled Balanchine to stardom. It notably featured three of Russia’s most iconic artists: George Balanchine, Igor Stravinsky and Marc Chagall, who designed the sets. Chagall’s sets are, in large part, the reason why this Firebird has not been seen outside of New York. For MCB’s all new production, artistic director Lourdes Lopez tasked Wendall Harrington, aka The Queen of Projections and Anya Klepikov, a rising star of costume design, to bring this most celebrated fairy tale to life.
Hailed by the New York Times as, “compelling and mysterious” and “a masterpiece of musical narration,” Firebird tells the story of Prince Ivan, who, while out hunting strays into a mystical realm where the Firebird dwells. Deep in the forest, he encounters a princess and they fall in love. But mighty forces block their romantic dreams – Ivan’s true love is held in captivity by the evil sorcerer Kastchei. To free her, Ivan must battle Kastchei and his mythical monsters. He calls upon the enchanted Firebird, the only one who has the power to defeat this dark magic.
Then, a brilliant cast of 15 men and one female dancer will leave audiences impressed and inspired by the company’s premiere of Rodeo: Four Dance Episodes. Tony Award-winning Justin Peck’s ground-breaking choreography challenges conventions and showcases the power of Miami City Ballet’s exceptional male dancers. The young work has “made many people rejoice to be watching dance in the 21st” and “gives new life to classic American music by Aaron Copland.” (New York Times)
The best of Frank Sinatra’s swinging hits—including “My Way,” “That’s Life” and “One for My Baby (One More For The Road)”— captivate audiences in the popular nostalgic work of Twyla Tharp’s Nine Sinatra Songs. Proved to be a mainstay in the repertoire of professional dance companies worldwide, Nine Sinatra Songs promises elegance and glamour with seven swirling couples in costumes by Oscar de la Renta.
Source: website miamicityballet.org
LOCATIONS
Arsht Center: Friday, February 14, 2020, 7:30 p.m. Saturday, February 15, 2020, 7:30 p.m. Sunday, February 16, 2020, 2 p.m.
Kravis Center: Friday, February 21, 2020, 7:30 p.m. Saturday, February 22, 2 p.m. and 7:30 p.m. Sunday, February 23, 2020, 1 p.m.
Broward Center: Saturday, February 29, 2020, 7:30 p.m. Sunday, March 1, 2020, 2 p.m.
TICKETS
Tickets start at $30 and are available for purchase at miamicityballet.org, by phone.
Nur wenige Ballettliebhaber wissen, dass Balletttänzerinnen ihre nagelneuen Spitzenschuhe brechen, nähen, kleben und kneten, um sie bequemer zu machen.
Primaballerina Katja Wünsche zeigt uns, wie sie die Zehenbox ihrer Spitzenschuhe umnäht. Damit die Satinbänder nicht einschneiden, näht sie Gummis ein. Erst dann hat sie den nötigen Halt, um perfekt tanzen zu können.
In diesem Video erklärt uns Katja alles, was sie mit ihren neuen Schuhe tun muss – also wie sie ihre Pointe Shoes präpariert, bricht und weicher macht.
Photos: LI CUNXIN, Artistic Director of the Queensland Ballet in Brisbane, former „Mao’s Last Dancer“ , Evi Hock and Ballet dancers of the Queensland Ballet.
EMERGENCE – ein zweiteiliges Ballett der Extraklasse am Opernhaus
So was Verrücktes habe ich noch nie gesehen. EMERGENCE – ein Ballett über das Schwarmverhalten der Bienen von der weltweit gefeierten Choreografin Crystal Pite! Schon mal eine geniale Idee!
Energiegeladen und geschäftig tanzt das Ballett Zürich im Bienenstock (herrliches Bühnenbild von Jay Gower Taylor). 37 Tänzerinnen und Tänzer demonstrieren das Verhalten der fleissigen Insekten, die nur in der Gruppe erfolgreich sind.