Now online: Ballet, Dance, Exhibitions… even Cirque du Soleil

#stayhome and watch

Getting bored? Have a look to all these amazing offers now available to watch for free online. You can find most links on Facebook, Youtube and Instagram. Unfortunately some performances are difficult to locate on the websites of the ballet companies, so feel free to follow my Facebook account Evi Hock, my site Ballettlovers and balletloversblog on Instagram to get all infos.

I wanna give you a nice selection what I am going to see.

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#stayathome Ballettfans

alles abgesagt. Jetzt aber online.

Auch in Zeiten des Coronavirus gibt es Ballett zu sehen. Viele Opernhäuser, Theater, Museen und Veranstalter bieten jetzt meist kostenlose Streamingdienste oder Video on Demand an. Natürlich gibt es auch viele Ballett-Videos auf youtube oder Vimeo, manchmal sogar Ballettvorstellungen in voller Länge.

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Mehr Ballett und Tanz im TV

Meiner Meinung nach kommt Ballett und Tanz schon immer im TV zu kurz. Sehr selten werden Vorstellungen gezeigt. Manchmal kommt was in arte, 3 SAT, BBC 4 oder WDR. Jetzt in Zeiten des Coronavirus wünschen wir Ballett- und Tanzfans ein besseres Angebot. Die Opernhäuser Berlin, Mailand, Wien und München sind schon geschlossen. In Zürich konnte ich gestern noch den sensationellen NUSSKNACKER UND MAUSEKÖNIG von Christian Spuck geniessen. Aber wie lange noch?

Nussknacker und Mausekönig getanzt vom Ballett Zürich
Choreografie und Inszenierung Christian Spuck
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Warm-up Booties

Lieblingsstücke

VON JUDITH HUNGER – Gastbeitrag, erschienen im ZETT, DAS MAGAZIN DER ZÜRCHER HOCHSCHULE DER KÜNSTE 2017


Wisch-schlurf, wisch-schlurf, wisch-schlurf – so etwa tönt es in den Gängen des Toni-Areals, wenn einem die Tänzerinnen und Tänzer entgegenkommen. Der Anblick irritiert – gazellenartige Beine, die Füsse in Schlafsäcken. Diese Schlafsäcke heissen Warm-up Booties. Es gibt sie in allen möglichen Varianten. Waschen bitte im Schongang – also bei maximal 30 Grad. Die Sohlen sind verstärkt und gepolstert. Sie halten dem rauen Boden normalerweise rund fünf Monate stand. Das hänge vom Laufstil ab – je mehr Schlurf, desto schneller die Abnutzung –, erzählen mir Tänzerinnen des Hauptstudiums an der Tanz Akademie Zürich. Der Boden sei eben sehr kalt, und überhaupt würden sie die Booties immer tragen. Ob Sommer oder Winter, im Studio nach dem Training, in der Mensa oder der Teeküche. Es komme einer Katastrophe gleich, wenn die Booties zu Hause vergessen würden, meinte eine Kollegin. «Die Füsse werden nicht richtig warm, bleiben auch während des Trainings eher steif und schmerzen.» Booties-Verbot gibt nur auf der Bühne und während des Trainings. Waschen würden sie sie nach Bedarf – das sei individuell und die Jungs sollten es öfter tun, erzählen sie mir lachend.

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Schlafsäcke für die Füsse: Die Warm-up Booties sind für Balletttänzerinnen und -tänzer ein unentbehrliches Arbeitsinstrument. Foto: Betty Fleck © ZHdK

Nach dem Besuch in einer Mädchenklasse ist klar: Tänzerfüsse brauchen viel Aufmerksamkeit und Fürsorge. Ein Zuschauer drückte es nach einer Vorstellung so aus: «Als Arzt und Neurologe kann ich nur staunen, wenn ich sehe, was die Balletttänzerin mit ihren Füssen macht. Es gibt wohl keine andere ‹Sportart›, die die Funktion eines Körperteils derart massiv verändert, im wahrsten Sinn des Wortes ‹auf die Spitze treibt›. Und wenn ich das richtig verstehe, ist der Fuss zudem noch künstlerisches Ausdrucksmittel. Unglaublich, wie das Gewicht des Körpers auf einer minimalen Fläche balanciert wird, man könnte es kühn einen neuen Evolutionsschritt nennen. Spinne ich diesen Gedanken weiter, wäre die logische Entwicklung wohl das Abheben vom Boden.»

Dieser Beitrag erschien am 9. Juni 2017 im Zett.

Zett ist das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste und erscheint als Printausgabe und online auf www.zett.zhdk.ch.

Was hinter der Leichtigkeit steckt

VON JUDITH HUNGER – Gastbeitrag, erschienen im Zett, DAS MAGAZIN DER ZÜRCHER HOCHSCHULE DER KÜNSTE 2018

Was 1832 mit der Uraufführung des Balletts «La Sylphide» seinen Anfang nahm, gehört bis heute zum Training angehender Ballerinen: der Spitzentanz. Auch an der Tanz Akademie Zürich wird die fordernde Fussarbeit Tag für Tag gelehrt und gelernt.

Trainingsvorbereitung an der Tanz Akademie Zürich. Foto: © taZ

«Die Arbeit auf Spitze ist höchst anspruchsvoll und bedarf sehr guter Schulung, Geduld und Disziplin. Es dauert lange, bis die Leichtigkeit sichtbar wird», sagt Steffi Scherzer, künstlerische Leiterin der Tanz Akademie Zürich (taZ). Sie weiss, wovon sie redet. Ihre Karriere – von der Gruppentänzerin bis hin zur Primaballerina – hat 28 Jahre gedauert. «Die Schülerinnen brauchen einige Zeit, bis sie das geeignete Spitzenschuhmodell gefunden haben. Es ist ein ständiges Ausprobieren», fügt Tina Goldin an. Sie ist Dozentin für Klassischen Tanz und Spitzentanz an der taZ. Zudem wird der Spitzenschuh individuell angepasst, mögliche Druckstellen werden vorsorglich weichgeklopft, Gummibänder angenäht oder die Sohle bearbeitet. Das kann gut und gerne eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Nicht selten bereiten Ballerinen mehr als ein Paar Spitzenschuhe pro Vorstellung vor. Es kann durchaus sein, dass die Tänzerin zwischen den Szenen den Schuh wechseln muss.

Eine neue Rolle für den Fuss

Es war die legendäre Marie Taglioni, die 1832 in Paris erstmals eine ganze Aufführung auf den Zehenspitzen tanzte. Die fortan «Primaballerina» Genannte gab damit der Figur der Luftfee – Sylphide – eine neue Art von Körper- und Schwerelosigkeit. Zudem trug Marie Taglioni im gleichnamigen Ballett zum ersten Mal ein Tutu – ein «romantisches» Tutu, wie es im Fachjargon heisst. Eine weitere Sensation: Bis zu diesem Zeitpunkt tanzten die Ballerinen in Reifröcken. Stein des Anstosses war die Länge – oder vielmehr die Kürze – des Tutus. Es reichte bis etwa Mitte der Wade, um den freien Blick auf die Fussarbeit der Ballerina zu gewähren. Dem Fuss der Tänzerin fiel somit eine neue Rolle zu: Er wurde zu einem Bestandteil des tänzerisch-künstlerischen Ausdrucks.

Der Spitzenschuh muss Teil des Körpers werden. Foto: © taZ

Zahllose Tricks zur Fusspflege

Aus medizinischer Sicht erhält der Fuss einer Ballerina im Spitzentanz eine neue Funktion. Sie steht auf dem «gestreckten» Fuss – ein kleiner Evolutionsschritt, könnte man sagen. Das Gewicht des Körpers wird in der mit mehreren Stoffschichten verleimten Kappe des Spitzenschuhs auf kleinster Fläche balanciert. Um professionell und sicher mit Spitzenschuhen tanzen zu können, müssen die Füsse unter fachkundiger Leitung über mehrere Jahre hinweg durch ein ganz bestimmtes Training gestärkt werden.

Die derart beanspruchten Füsse bedürfen intensiver Pflege. Die Schülerinnen der taZ massieren sie mit Gummibällen, polstern die Spitzenschuhe aus, kleben und binden die Zehen mit Spezialband ein. Ausgiebiges Eincremen, damit die Haut möglichst weich und elastisch bleibt, gehört ebenso zum Tagesritual wie die Stärkung der Füsse durch spezielle Übungen mit dem Thera-Band. Kurzum, die Liste der Tricks und Kniffs in Sachen Fusspflege für Ballerinen ist so lange und so individuell, wie es unterschiedliche Füsse gibt.

Beweglichkeit ist Voraussetzung

«Und hochrollen! Stabil über der Spitze stehen! Arme hoch! Halten die Balance!», so ungefähr lauten die Anweisungen von Tina Goldin im Grundstudium. «Wir beginnen mit einfachsten Übungen an der Stange, die auf dieser Stufe in erster Linie dem Kraftaufbau dienen», erläutert sie. Die einzelnen Elemente sind noch klar voneinander getrennt. «Zudem soll der Fuss eine gewisse Elastizität behalten», ergänzt Steffi Scherzer. Eine von Natur gegebene Beweglichkeit und Flexibilität der Füsse wie auch des gesamten Körpers ist Voraussetzung. «Denn Beweglichkeit können wir zwar unterstützen und fördern, aber nicht erzeugen. Sie ist Voraussetzung für den klassisch akademischen Tanz.»

Was einfach beginnt, endet höchst anspruchsvoll. In den oberen Klassen geht es um Schnelligkeit und darum, die unterschiedlichen Dynamiken zu meistern und die einzelnen Elemente virtuos zu verbinden – das Weiche und Ausdrucksstarke im Adagio wie auch das Schnelle und Spritzige im Allegro. Auf dieser Stufe darf der Spitzenschuh kein Fremdkörper mehr sein, er ist Teil des Fusses, des Beines, des gesamten Körpers geworden.

SPITZENTRAINING AN DER TAZAUTORIN

Im Alter von elf Jahren beginnen die jungen Mädchen an der taZ mit Spitzentraining. Was mit zweimal wöchentlich 45 Minuten seinen Anfang nimmt, endet im Hauptstudium mit 90 Minuten täglichen Unterrichts in Spitzenschuhen. Hinzu kommen Proben und Wettbewerbsvorbereitungen. Zu Spitzenzeiten bedeutet dies bis zu drei Stunden pro Tag in Spitzenschuhen. «The making of a ballet shoe» auf YouTube schauen 

Dieser Beitrag erschien am 7. Mai 2018 im Zett.

Zett ist das Magazin der Zürcher Hochschule der Künste und erscheint als Printausgabe sowie online auf www.zhdk.ch/zett.