How do you write down a dance?

Interview with Birgit Deharde, a freelance Choreologist and expert in Benesh Movement Notation

Why do we need Movement Notation?

Similar to music, dance needs to be written down, but unlike music, dance is a fleeting art. It has taken until the 20th century to find a tool to record dance notations and preserve these choreographies. It was Rudolf Benesh who created a tool for human movement notations in 1955 and defined choreology as „The aesthetic and scientific study of all forms of human movement by movement notation“.

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⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Die Hüterin von John Crankos Erbe

Buchrezension „Georgette Tsinguirides“. Ein Leben für John Cranko und das Stuttgarter Ballett von Susanne Wiedmann

Seit 70 Jahren arbeitet Georgette Tsingirides für das weltberühmte Stuttgarter Ballett. Sie steht auch heute mit 88 Jahren jeden Tag im Ballettsaal und gibt ihr wertvolles Wissen an die jüngste Tänzergeneration weiter.

Sie war dabei als John Cranko seine wunderbaren Ballett kreierte. Sie kennt jeden Schritt, jede Bewegung ohne dass sie in die Notation schaut muss. Sie weiss, was Cranko wollte. Sie kennt das Wesen seiner Choreografien. Das macht sie zur einzigartigen Bewahrerin der Cranko-Ballette. Sie vermittelt den Geist von Crankos Werken seit seinem Tod 1973. Durch sie werden heute noch die Werke von Cranko originalgetreu aufgeführt.

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Was macht eigentlich eine Choreologin?

Dritter Teil des Interviews mit Birgit Deharde über ihre Arbeit als freischaffende Choreologin

Im Mai studierte Birgit Deharde „DER SANDMANN“ mit dem Ballett Zürich ein. Die Schweizerische Erstaufführung fand am 28. Mai 2016 statt. Schon bei der Uraufführung  dieses Balletts 2006 in Stuttgart arbeitete Birgit als Choreologin für Christian Spuck. Sie schrieb die Original-Choreografie in eine Partitur, die sie jetzt als Basis für ihre Arbeit am Opernhaus Zürich verwendete.

Näheres dazu in meinem Blog „Wie kann man Tanz aufschreiben?“ und „Wie der Sandmann nach Zürich kommt!“

Wie wird man Choreologin?    
Während meiner Tanzausbildung an der Ballettschule des Hamburger Balletts habe ich die Choreologie kennen gelernt. Das hat mich fasziniert. Aufgrund von Verletzungen habe ich dann früh entschieden, das Tanzen aufzugeben und Choreologie am Benesh Movement Institute in London zu studieren. 16 Monate dauerte die Ausbildung. Es war viel Theorie, aber auch viel praktischer Unterricht. Eine unglaublich intensive Zeit.

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Beispiel einer einfachen Notation: Quelle rad.org.uk

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STUTTGARTER BALLETT tanzt STRAWINSKY

Sendungsinformationen

Donnerstag 07.01.2016, 20:15 – 21:45 Uhr     

"Das STUTTGARTER BALLETT tanzt STRAWINSKY": Tänzerin in indischer Pose. Arme elegant vor dem Körper verschränkt. Rotes langes Kleid, roter Hintergrund

Ein Ballettabend gewidmet dem revolutionären Grandseigneur des Tanzes Igor Strawinsky. Im Fokus stehen drei Märchen choreografiert von Marco Goecke, Demis Volpi und Sidi Larbi Cherkaoui.

Mit einer Neuversion und zwei Uraufführungen vom Avantgardeballett über narratives Handlungsballett bis zur üppig ausgestatteten Tanzpoesie wird das STUTTGARTER BALLETT auch der Stiluniversalität von Strawinskys Musik gerecht. Eine beeindruckende Hommage.

Er war ein Chamäleon der Musik. In seiner Wandelbarkeit hat man ihn sogar mit Picasso verglichen. Igor Strawinsky steht als Synonym für die moderne Musik. Zunächst skandalös, aufreizend und unerhört ist seine Musik bis heute Quelle der Inspiration und Lieblingskind vieler Choreografen.

Das STUTTGARTER BALLETT widmet dem russischen Ballettanarchisten einen kompletten Abend. Auf der Bühne tanzen, explodieren, erzählen und packen Marco Goeckes „Le Chant du Rossignol“ („Der Gesang der Nachtigall“), Demis Volpis „Geschichte vom Soldaten“ und Sidi Larbi Cherkaouis „Feuervogel“.

Marco Goecke löst sich in seiner Choreografie zu „Le Chant du Rossignol“ am weitesten von der ursprünglichen Geschichte. Die Erzählung von dem kranken chinesischen Kaiser, der durch den Gesang der Nachtigall den Kampf mit dem Tod überlebt, ist rein auf das Vogelsymbol konzentriert. Die Assoziation Flügel schlagender, flatternder Wesen erweckt Goecke mit Bewegungen des kompletten Körpers. Seine Choreografie ist geheimnisvoll, mystisch: „Nimmt man einen aufgeregten Vogel in die Hand, spürt man das Zittrige, das Knochige, aber auch das Federleichte. Es ist eine beeindruckende Zerbrechlichkeit, gepaart mit einer Kraft, die gar unseren Traum des Fliegens noch erlaubt… Vielleicht befindet sich dieses Stück in der Luft! Denn es ist nur ein Hauch!“ (Marco Goecke)

Die erste Uraufführung des Ballettabends stammt von Hauschoreograf Demis Volpi. Als Spiel im Spiel inszeniert der junge Argentinier seine Geschichte um den Soldaten, der seine Geige – und damit seine Seele – dem Teufel verkauft. Eine konkrete Bildlichkeit, die man von Naiver Kunst kennt, ist Volpis Sprache. Mit Requisiten wie Truhenschränke und Attrappen erzeugt er die Atmosphäre einer Wanderbühne. Mit dem Teufel, grandios getanzt von Alicia Amatriain, triumphiert das Dämonische. Alicia ist Siegerin des Kampfes zwischen Gut und Böse und das raffinierte Herz der Choreografie.

Der flämisch-marokkanische Ausnahmekünstler Sidi Larbi Cherkaoui wird derzeit in den Medien als einer der besten Choreografen Europas gefeiert. Mit dem „Feuervogel“ kreierte er zum ersten Mal ein Stück für eine deutsche Tanzkompanie. Cherkaoui übersetzt das russische Volksmärchen in einzelne poetische Bilder. Es sind Metamorphosen, in denen der Feuervogel für Leben, Tod und Wiedergeburt steht. Lava als Metapher für die schönen und zerstörerischen Energien des Lebens, federleichte, flügelähnliche Stoffbahnen, weiße Federn in abstrakten Landschaften, ein verspiegelter Vulkan. Das ist Cherkaouis Feuervogel – elegant, außergewöhnlich, ein Fest der Sinne.

07.01.2016