BALLETT TV TIPPS

Nicht verpassen – Tanzfilme und Dokumentation!

Tanznetz.de  – das tanzmagazin im internet- ist eine umfangreiche Plattform rund um Tanz und Ballett. Regelmässig werden nicht nur TV-und Kino-Tipps veröffentlicht und aktualisiert. Schaut mal rein.

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Jetzt nach der Sommerpause kommt endlich wieder mehr für Ballettliebhaber. Meine absolute Empfehlung ist Romeo und Julia von John Cranko – ein Meisterwerk der Extraklasse, natürlich getanzt vom Stuttgarter Ballett.

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⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Die Hüterin von John Crankos Erbe

Buchrezension „Georgette Tsinguirides“. Ein Leben für John Cranko und das Stuttgarter Ballett von Susanne Wiedmann

Seit 70 Jahren arbeitet Georgette Tsingirides für das weltberühmte Stuttgarter Ballett. Sie steht auch heute mit 88 Jahren jeden Tag im Ballettsaal und gibt ihr wertvolles Wissen an die jüngste Tänzergeneration weiter.

Sie war dabei als John Cranko seine wunderbaren Ballett kreierte. Sie kennt jeden Schritt, jede Bewegung ohne dass sie in die Notation schaut muss. Sie weiss, was Cranko wollte. Sie kennt das Wesen seiner Choreografien. Das macht sie zur einzigartigen Bewahrerin der Cranko-Ballette. Sie vermittelt den Geist von Crankos Werken seit seinem Tod 1973. Durch sie werden heute noch die Werke von Cranko originalgetreu aufgeführt.

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STUTTGARTER BALLETT tanzt STRAWINSKY

Sendungsinformationen

Donnerstag 07.01.2016, 20:15 – 21:45 Uhr     

"Das STUTTGARTER BALLETT tanzt STRAWINSKY": Tänzerin in indischer Pose. Arme elegant vor dem Körper verschränkt. Rotes langes Kleid, roter Hintergrund

Ein Ballettabend gewidmet dem revolutionären Grandseigneur des Tanzes Igor Strawinsky. Im Fokus stehen drei Märchen choreografiert von Marco Goecke, Demis Volpi und Sidi Larbi Cherkaoui.

Mit einer Neuversion und zwei Uraufführungen vom Avantgardeballett über narratives Handlungsballett bis zur üppig ausgestatteten Tanzpoesie wird das STUTTGARTER BALLETT auch der Stiluniversalität von Strawinskys Musik gerecht. Eine beeindruckende Hommage.

Er war ein Chamäleon der Musik. In seiner Wandelbarkeit hat man ihn sogar mit Picasso verglichen. Igor Strawinsky steht als Synonym für die moderne Musik. Zunächst skandalös, aufreizend und unerhört ist seine Musik bis heute Quelle der Inspiration und Lieblingskind vieler Choreografen.

Das STUTTGARTER BALLETT widmet dem russischen Ballettanarchisten einen kompletten Abend. Auf der Bühne tanzen, explodieren, erzählen und packen Marco Goeckes „Le Chant du Rossignol“ („Der Gesang der Nachtigall“), Demis Volpis „Geschichte vom Soldaten“ und Sidi Larbi Cherkaouis „Feuervogel“.

Marco Goecke löst sich in seiner Choreografie zu „Le Chant du Rossignol“ am weitesten von der ursprünglichen Geschichte. Die Erzählung von dem kranken chinesischen Kaiser, der durch den Gesang der Nachtigall den Kampf mit dem Tod überlebt, ist rein auf das Vogelsymbol konzentriert. Die Assoziation Flügel schlagender, flatternder Wesen erweckt Goecke mit Bewegungen des kompletten Körpers. Seine Choreografie ist geheimnisvoll, mystisch: „Nimmt man einen aufgeregten Vogel in die Hand, spürt man das Zittrige, das Knochige, aber auch das Federleichte. Es ist eine beeindruckende Zerbrechlichkeit, gepaart mit einer Kraft, die gar unseren Traum des Fliegens noch erlaubt… Vielleicht befindet sich dieses Stück in der Luft! Denn es ist nur ein Hauch!“ (Marco Goecke)

Die erste Uraufführung des Ballettabends stammt von Hauschoreograf Demis Volpi. Als Spiel im Spiel inszeniert der junge Argentinier seine Geschichte um den Soldaten, der seine Geige – und damit seine Seele – dem Teufel verkauft. Eine konkrete Bildlichkeit, die man von Naiver Kunst kennt, ist Volpis Sprache. Mit Requisiten wie Truhenschränke und Attrappen erzeugt er die Atmosphäre einer Wanderbühne. Mit dem Teufel, grandios getanzt von Alicia Amatriain, triumphiert das Dämonische. Alicia ist Siegerin des Kampfes zwischen Gut und Böse und das raffinierte Herz der Choreografie.

Der flämisch-marokkanische Ausnahmekünstler Sidi Larbi Cherkaoui wird derzeit in den Medien als einer der besten Choreografen Europas gefeiert. Mit dem „Feuervogel“ kreierte er zum ersten Mal ein Stück für eine deutsche Tanzkompanie. Cherkaoui übersetzt das russische Volksmärchen in einzelne poetische Bilder. Es sind Metamorphosen, in denen der Feuervogel für Leben, Tod und Wiedergeburt steht. Lava als Metapher für die schönen und zerstörerischen Energien des Lebens, federleichte, flügelähnliche Stoffbahnen, weiße Federn in abstrakten Landschaften, ein verspiegelter Vulkan. Das ist Cherkaouis Feuervogel – elegant, außergewöhnlich, ein Fest der Sinne.

07.01.2016