«Coal, Ashes and Light» verzaubert St. Gallen

Gastbeitrag von Judith Hunger

Eine überwältigende Premiere des neuen Leiters der Tanzkompanie Theater St. Gallen ging am Samstag über die Bühne. Es war ein Meer, nein ein Ozean, poetischer Bilder, welche das Publikum in DEN Bann zog.

Der kreative Kopf dieser Produktion ist der Kanada-Schweizer Kinsun Chan – geboren, aufgewachsen und ausgebildet in Kanada und in den USA. Schon zu Studienzeiten blickte er weit über die eigene Disziplin hinaus. So war es ihm erlaubt, neben dem sehr anspruchsvollen Studium in klassischem Tanz, Vorlesungen in Architektur, Design, Kunst und sogar Quantenphysik zu besuchen. Es seien sehr volle Tage und Wochen gewesen, erzählte er an der Einführungs-Matinée. Das hat seiner Karriere als Tänzer allerdings keinen Abbruch getan: er war unter anderem Ensemblemitglied beim Zürcher Ballett unter Heinz Spoerli und des Balletts Basel unter Richard Wherlock. 

Coal, Ashes and Light – der Titel seiner dreiteiligen Tanzproduktion – steht auch für die Farben (oder Nicht-Farben) schwarz, grau und weiss. Entsprechend gibt es jeweils drei Bühnenbilder, Kostümvarianten, Lichtdesign (grandios gestaltet von Christian Kaas) und Musikteile mit unterschiedlichen Interpretierenden. Die räumliche Anordnung der Musikerinnen und Musiker ändert gemäss der dominanten Farbe: Bei ‘Coal’ musizieren sie im Orchestergraben, bei ‘Ashes’ auf der Bühne und in ‘Light’ auf einem Podest. Die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich virtuos, setzen das Schrittmaterial gekonnt um und sind mit viel Feuer dabei.

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Schwanensee ohne 32 Fouettés

Martin SchLäpfer’s Neuinterpretation von 2018

Martin Schläpfer ist momentan ein sehr gefragter Choreograf. Gerade wurde der Ballettchef der Oper am Rhein in Düsseldorf mit dem Grossen St.Galler Kulturpreis ausgezeichnet. 2020 übernimmt der Schweizer das renommierte Wiener Staatsballett.

Somit war ich sehr gespannt auf Schläpfer’s SCHWANENSEE, der heute morgen im WDR ausgestrahlt wurde. Sofort fällt auf, dass Schläpfer diesen Ballettklassiker sehr entschlackt hat.

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Zum Ballett geprügelt…

und trotzdem zum Ballett-Superstar aufgestiegen!

Yuli – ein bemerkenswerter Film über die ergreifende Lebensgeschichte des Profitänzers Carlos Acosta.

Als Kind liebte er Breakdance und hasste Ballett. Sein grosses Vorbild war der Fussballer Pelé. Aber sein Vater, ein LKW-Fahrer, erkannte das grosse Talent seines Sohnes und steckte ihn unbarmherzig in die staatliche kubanische Ballettschule.

Der Rest ist Ballettgeschichte – Carlos Acosta wird der erste schwarze Romeo beim renommierten Royal Ballet London und begeistert die Welt.

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