Wiederaufnahme LEONCE und LENA in Zürich

Bewegte Langeweile – bewegend getanzt!

Christian Spucks erfolgreiche Komödie der Langeweile wird in ganz neuer Besetzung wieder im Dezember am Opernhaus Zürich gespielt. Warum jeder Ballettfan LEONCE und LENA sehen sollte? Die Satire von Georg Büchner auf die Gesellschaft im 19. Jahrhundert ist zeitlos und äusserst unterhaltsam.

Die Choreografie ist überhaupt nicht langweilig. Mithilfe Drehbühne und einer ausgeklügelten Musikauswahl wird Dynamik in diese groteske Geschichte gebracht – brilliant erzählt, wunderbar getanzt und mit viel schauspielerischem Talent vom Ballett Zürich süffisant interpretiert.

Christian Spuck gelingt es meisterhaft, die Karikatur der Sprache neu zu erfinden. „Es gehört zum Wesen der Karikatur, dass sei nicht nur das Element des Humors, sondern auch von einer gewissen Boshaftigkeit lebt, mit der eine Sache auf den Punkt gebracht wird.“ (Auszug aus einem Gespräch mit Cristian Spuck, Programmheft zum Stück).

Wie bringt man all die unterschiedlichen Charaktere zusammen? Ein melancholischer Prinz, der vor einer arrangierten Heirat flieht, ein durchgeknallter König mit seinem aufgeblasenem Hofstaat und eine hübsche Prinzessin, die ebenfalls die Freiheit sucht und dann doch schicksalshaft ihren Leonce findet. Lasst Euch überraschen.

Kurzgefasst © Ballett Zürich

In seinem nur wenige Werke umfassenden Œuvre hat der deutsche Dichter Georg Büchner Abgründe des Menschen erkundet. Seit 1836 wirkte er in Zürich als Privatdozent für Medizin, und hier ist er mit nur 23 Jahren gestorben. Heute gilt Büchner als einer der wichtigsten Autoren des 19. Jahrhunderts und als Bahnbrecher der Moderne.

Christian Spuck hat sich immer wieder mit Georg Büchner beschäftigt und sowohl dessen wohl berühmtestes Drama Woyzeck als auch das Lustspiel Leonce und Lena auf die Ballettbühne gebracht. Seit der Uraufführung in Essen war Spucks Leonce und Lena nicht nur in Stuttgart und Zürich, sondern auch in Montréal, Charlotte (USA) und Prag zu sehen.

Prinz Leonce aus dem Reiche Popo und sein Freund Valerio geben sich mit grosser Leidenschaft dem Nichtstun hin. Doch ausgerechnet jetzt will König Peter die Amtsgeschäfte niederlegen. Prinz Leonce soll die Thronfolge antreten und heiraten. Um der Zwangsheirat mit einer ihm unbekannten Prinzessin zu entgehen, ergreift Leonce die Flucht nach Italien. Auch die für ihn vorgesehene Prinzessin Lena aus dem Reiche Pipi will keineswegs einen ihr unbekannten Mann heiraten und flieht mit ihrer Gouvernante vor den königlichen Hochzeitsplänen. Unterwegs begegnen sich die beiden – und verlieben sich. In Unkenntnis der Identität des jeweils anderen erscheinen sie maskiert am Hofe von Leonces Vater und werden miteinander verheiratet.

In diesem Ballettabend für die ganze Familie verwandelt Christian Spuck Büchners hintersinnig-sarkastische Komödie über die Langeweile in eine tempo- und einfallsreiche Automaten-Farce. Polkas und Walzer von Johann Strauss wie auch die modernen Klänge von Alfred Schnittke und Bernd Alois Zimmermann illustrieren die traurig-komische Geschichte und unterstreichen ihre parodistische Seite.

Weitere Informationen

Nach dem Lustspiel von Georg Büchner
Musik von Johann Strauss, Josef Strauss, Amilcare Ponchielli, Léo Delibes,
Bernd Alois Zimmermann, Alfred Schnittke, Martin Donner u.a.

Choreografie Christian Spuck
Musikalische Leitung Pavel Baleff
Ausstattung Emma Ryott
Lichtgestaltung Reinhard Traub
Dramaturgie Michael Küster, Esther Dreesen-Schaback

Besetzung vom 8. Dezember 2021

König Peter Kevin Pouzou
Prinz Leonce Jan Casier
Prinzessin Lena Michelle Willems
Valerio Wei Chen
Gouvernante Inna Bilash
Rosetta Katja Wünsche
Hofmeister Mélissa Ligurgo
Zeremonienmeister Alba Sempere Torres

Noch ein Review über dieselbe Vorstellung in Englisch

https://bachtrack.com/22/296/view/22282

Autor: ballettlovers

I danced ballet as child, albeit with little success. Despite this, my passion for ballet and dance has carried into adulthood. I still love to watch ballet performances and would love to share my passion with you.

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