Drei Uraufführungen meistert das Junior Ballett

Erstaunliche Leistung des Junior Balletts Zürich am Theater Winterthur

Gerade mal 2 Monate nach der Sommerpause präsentiert das Junior Ballett in KREATIONEN gleich drei Uraufführungen von drei verschiedenen Choreografen. Was für eine unglaubliche Leistung für die junge Company, in 2 Monaten drei Ballette einzustudieren und auf die Bühne zu bringen.

Wenn man bedenkt, dass 7 der 14 Tänzerinnen und Tänzer im August 2018 ihr erstes Engagement für das Junior Ballett erhielten. Die meisten kommen direkt von der Ballettschule und sind noch sehr jung, höchstens Anfang 20. Die anderen 7 konnten bereits erste Erfahrungen in ihrem ersten Jahr am Opernhaus Zürich gewinnen. Erfahrungsgemäss braucht eine derart neue Company einige Zeit zusammen zu wachsen.

Kurz vor der Winterthurer Premiere erkrankten eine Tänzerin und ein Tänzer. Somit mussten die restlichen 12 Nachwuchstänzer die Rollen der beiden mittanzen  – noch mehr Nervenkitzel für ihre erste Premiere.

Die drei Choreografien von Louis Stiens, Goyo Montero und Filipe Portugal fordern den Junioren viel ab. Jedes Stück hat ein eigenes Bewegungsvokabular, einen eigenen Tanzstil sowie seine spezielle Atmosphäre. Die Bühnenbilder und Kostüme wirken eher dunkel, düster und kühl. Die Musik hingegen ist bildet einen starken Kontrast – modern, kraftvoll und „den Tanz mittragend“. Die zeitgemässen Stücke haben eigentlich keine Handlung.

Filipe Portugal, bekannt als aktiver Solotänzer am Opernhaus, schuf in ECHOS OF ELEMENTS ein mitreissendes, bewegendes Stück rund um die Elemente – Feuer, Wasser, Erde und Luft. Die Tänzer werden dabei nach ihren Sternzeichen besetzt. Die herrlichen Kostüme wurden von Christopher John Parker, einem weiteren Tänzer am Opernhaus, entworfen. Ein wunderbares Beispiel, wie kreativer Nachwuchs gefördert wird.

Ballett Zürich - KREATIONEN - Junior Ballett - 2018/19

Louis Stiens „WOUNDED“ hat mich sehr beeindruckt. Der innovative Musikmix „Malibu“ lässt vielfältige, traumhaft schöne Gruppenszenen entstehen, die unerwartet aufbrechen und sich vollkommen verwandeln.

Ballett Zürich - KREATIONEN - Junior Ballett - 2018/19
Ballett Zürich – KREATIONEN – Junior Ballett – 2018/19 (c) Gregory Batardon

SUBMERGE von Goyo Montero lässt uns in die Stille und Schwerelosigkeit der Tiefsee eintauchen. Zur kraftvollen Musik von Owen Belton liess sich Montero durch die Nachwuchstänzer inspirieren. Im September wurde Monteros Compagnie mit dem „Tanzpreis AKTUELL für eine herausragende Entwicklung im Tanz“ des Deutschen Tanzpreises geehrt.

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Das Junior Ballet hat mich begeistert und sehr erstaunt. Was für ein grosser Vertrauen die drei Choreografen und auch Ballettdirektor Christian Spuck in die 12 Tänzer gesetzt haben. Es kommt nicht oft vor, dass eine junge, noch unerfahrene Balletttruppe eine derartige Chance erhält, 3 Uraufführungen präsentieren zu dürfen.

Jetzt bin ich gespannt, wie sich die jungen Künstlerpersönlichkeiten weiter entwickeln werden. Wir werden sie hoffentlich in vielen Vorführungen des Balletts Zürich wiedersehen, wahrscheinlich eher in kleinen Nebenrollen, mit etwas Glück auch mal in einer Solo-Partie.

Ich wünsche allen eine wunderbare Zeit beim Ballet Zürich, in der sie viel Bühnenerfahrung sammeln werden und sich zu einzigartigen Ballerinen und Tänzern reifen können.

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Nach 4 Vorstellungen in Winterthur im Oktober 2018, wird KREATIONEN in gleicher Besetzung im Mai 2019 am Opernhaus Zürich aufgeführt. Danach gehts nach London am 18. und 19. Juni 2019 an das Young Talent Festival des Royal Opera House, das das Zürcher Junior Ballett im neuen Linbury Theater eröffnen wird. Eine besonders grosse Wertschätzung für den Nachwuchs!

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Mehr Infos zum Junior Ballet und den Choreografen – Quelle Website

Kreationen – Ballett – Opernhaus Zürichhttps://www.opernhaus.ch/spielplan/kalendarium/juniorballett/

Junior Ballett
Seit seiner Gründung im Jahre 2001 hat sich das Junior Ballett neben dem Internationalen Opernstudio und der Orchester-Akademie als dritte am Opernhaus Zürich existierende Form der künstlerischen Nachwuchsförderung etabliert. Junge Tänzer aus aller Welt erhalten hier die Möglichkeit des betreuten Übergangs vom Ende ihrer Ballettausbildung bis zum Eintritt ins volle Berufsleben. Im Rahmen eines nicht länger als zwei Jahre währenden Engagements trainieren sie gemeinsam mit den Mitgliedern des Balletts Zürich, tanzen mit ihnen in ausgewählten Vorstellungen des Repertoires und sammeln so die für eine Tänzerlaufbahn notwendige Bühnenerfahrung. Das Junior Ballett präsentiert in dieser Saison KREATIONEN Choreografien von Louis Stiens, Goyo Montero und Filipe Portugal.

Filipe Portugal
Filipe Portugal studierte in Lissabon und wurde nach einem ersten Engagement beim Portugiesischen Nationalballett 2002 ans Ballett Zürich engagiert. Hier tanzte er Solopartien in vielen Choreografien von Heinz Spoerli (u. a. Cinderella, Der Nussknacker, Schwa­nensee, Don Quixote, Coppélia, Giselle und Ein Sommernachtstraum). Von 2009 bis 2011 war er Principal Dancer beim Portugiesischen Nationalballett. Seit 2011 ist er wieder Mitglied des Balletts Zürich und war hier in Hauptrollen zahlreicher Ballette von Christian Spuck zu sehen, so als Pater Lorenzo in Romeo und Julia, König Peter in Leonce und Lena, als Doktor in Woyzeck, Karenin in Anna Karenina und Spalanzani in Der Sand­mann. Ausserdem trat er in Choreografien von Mats Ek, Jiří Kylián, Hans van Manen, William Forsythe, Douglas Lee und Martin Schläpfer auf. Parallel zu seiner Tänzerkarriere arbeitet Filipe Portugal erfolgreich als Choreograf. Zu seinen jüngsten Arbeiten für das Ballett Zürich gehören Dialogos zur Musik des Schweizer Jazzmusikers Nik Bärtsch und disTANZ. Ausserdem choreografiert er für das Charlotte Ballet (USA) und die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft. 2014 wurde Filipe Portugal mit dem «Tanzpreis der Freunde des Balletts Zürich» ausgezeichnet.

Louis Stiens
Louis Stiens stammt aus München. Seine Tanzausbildung absolvierte er an der Heinz-Bosl-Stiftung sowie an der John Cranko Schule Stuttgart. Seit 2011 ist er Mitglied des Stuttgarter Balletts, dort wurde er zur Saison 2015/2016 zum Halbsolisten befördert. Er trat in einer Vielzahl von klassischen, neoklassischen und zeitgenössischen Stücken auf. Choreografen wie Marco Goecke, Demis Volpi und Edward Clug schufen Rollen für ihn. Louis Stiens hat auch als Choreograf bereits eine beachtliche Wegstrecke hinter sich gebracht. Sein erster Pas de deux Ohne Titel entstand im Rahmen eines Workshops bei der Heinz-Bosl-Stiftung. Mit dem Solo Mäuse (2010) bei der Stuttgarter Noverre Gesellschaft gewann er den 1. Preis beim beo – Wettbewerb Berufliche Schulen. Es folgten mehrere Choreografien für den Junge Choreografen-Abend der Noverre Gesellschaft. Auch für den Porsche Tennis Grand Prix kreierte Stiens drei Stücke, die in der Porsche-Arena uraufgeführt wurden. 2012 entstand als Koproduktion vom Schauspiel Stuttgart und dem Stuttgarter Ballett die Uraufführung Dancer in the Dark, für die Stiens zusammen mit Marco Goecke die Choreografie schuf. Für das Stuttgarter Ballett entstanden die Choreografien Rausch (2014) und Qi (2017). Mit seinen Choreografien bewegt sich Stiens auch abseits klassischer Bühnenräume. In Slam (2013) zum Beispiel, das im Projektraum LOTTE gezeigt wurde, konnte das Publikum die Ein-Mann-Performance vom Bürgersteig aus durch die Schaufenster beobachten. Im Treffpunkt Rotebühlplatz Stuttgart erforschte Stiens 2013 mit en mouvement in Kooperation mit dem Komponisten Oliver Frick und dem Ensemble corss.art das Zusammenspiel von Tanz und Klängen. Mit seinen elektronisch erfassten Bewegungen nahm Stiens live Einfluss auf die Musik. Für den Tänzer Adam Russell-Jones entwickelte Stiens das Solo Puka (2017), das im Stuttgarter Westquartier gezeigt wurde.

Goyo Montero
Goyo Montero wurde 1975 in Madrid geboren. Er absolvierte seine Ausbildung zunächst bei Carmen Roche und dann am Königlichen Konservatorium für Professionellen Tanz in Madrid und an der Schule des Kubanischen Nationalballetts. Er war Erster Solist an der Deutschen Oper Berlin und Solist an der Oper Leipzig, dem Staatstheater Wiesbaden und dem Königlichen Ballett Flandern. Als Choreograf kreierte er u. a. Werke für die Deutsche Oper Berlin, die Oper Kiel, das Staatsballett von Ankara und Izmir, die Compagnie Modern Dance Turkey, das Ballett Carmen Roche, das Kubanische Nationalballett, das Ballet de Teatres de la Generalitat Valenciana und die Compagnien Maggio Danza, Compañia Nacional de Danza, Acosta Danza und das Nationalballett Sodre, Uruguay. Seit der Spielzeit 2008/2009 ist Goyo Montero Direktor und Chefchoreograf des Staatstheater Nürnberg Balletts. Seine Choreografien für das Staatstheater Nürnberg Ballett umfassen Werke wie Romeo und Julia, Carmen,  Der Nussknacker, Don Juan, Cinderella, Black Bile, Cyrano, Four Quartets und Don Quijote. 

Autor: ballettlovers

I danced ballet as child, albeit with little success. Despite this, my passion for ballet and dance has carried into adulthood. I still love to watch ballet performances and would love to share my passion with you.

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